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axelcgn
Titel: Roller-Derby: Prügelei auf Rollschuhen  BeitragVerfasst am: 12.03.2013, 10:12 Uhr




Anmeldung: 08. Aug 2004
Beiträge: 486
Wohnort: Köln
Rauhe Sitten als Unterhaltung für´s Publikum:

Zitat aus: http://einestages.spiegel.de/s/tb/27970/roller-derby-star-marjorie-toughie-brasuhn.html

(dort auch mit Fotos)

SPIEGEL ONLINE > einestages > Themen >

"Roller-Derby-Star Marjorie "Toughie" Brasuhn 1935

Prügelei auf Rollschuhen

Sprunghaft: Zwei Roller-Derby-Spielerinnen springen im Jahr 1950 über zwei gestürzte Gegnerinnen. Stürze gehörten beim Roller Derby zum Alltag.

Nach seinem Boom in den vierziger und fünfziger Jahren galt der Sport lange als tot, bevor er Ende der neunziger Jahre in den USA ein Comeback erlebte und 2007 nach Europa kam. Heute erfreut sich Roller Derby als ungewöhnlicher Trendsport wieder großer Beliebtheit.

Knallhart, rasant, sexy: Roller Derby ist Punkrock auf Rollschuhen, Rempeln und Schubsen sind ausdrücklich erlaubt. Seinen ersten Boom erlebte der Trendsport in den vierziger Jahren. Die Amerikanerin Marjorie "Toughie" Brasuhn wurde zum Superstar - am Ende bezahlte sie dafür mit ihrem Leben. Von Fabienne Hurst

Marjorie Brasuhns Spezialität war ein gezielter Hieb mit dem Knie unter den Kiefer ihrer Gegnerin – blitzschnell und stets begleitet von einem engelhaften Lächeln. "Arglos wie ein Baby" beschrieb sie ihr Ehemann Ken Monte, "aber sie war sehr aggressiv." Ihrem Spitznamen "Toughie" machte sie alle Ehre, keine war so zäh wie sie, keine so leidenschaftlich. Einmal rammte sie sich bei einem Roller-Derby-Match einen 15 Zentimeter langen Splitter in den Oberschenkel. Widerwillig ließ sie sich ins Krankhaus bringen. Aber selbst auf dem Operationstisch soll sie sich geweigert haben, ihre Rollschuhe auszuziehen. Noch in derselben Nacht war sie wieder auf der Skatebahn.

Die 1923 in St. Paul, Minnesota, geborene Tochter eines deutsch-amerikanischen Klempners und einer Putzfrau war der Superstar des Roller Derby - jener eigenwilligen Sportart, bei der zwei fünfköpfige Rollschuhmannschaften einander in einer Steilbahn verfolgen und je eine Sprinterin (die sogenannte Jammerin) versucht, die Gegner gegen deren überaus handgreiflichen Widerstand zu überholen. Derzeit erlebt der harte Sport, bei dem ohne Rücksicht auf Knochenbrüche geschubst und gerempelt wird, vor allem in den USA ein großes Comeback. Doch es war Toughie Brasuhn, die dem Roller Derby Ende der vierziger Jahre zum Durchbruch verhalf - und es für eine Weile noch beliebter machte als Baseball und Basketball.

Für viele Frauen wurde Brasuhn zu einer Identifikationsfigur: Ein Auftritt von ihr sei stets "ein Riesenspektakel" gewesen, erinnert sich Judy Arnold, 68, ehemaliges Derby Girl und eine von Toughies späten Gegnerinnen. "Ich habe sie mit 16 zum ersten Mal gesehen, sie war so voller Power - ich wollte sofort selbst das Skaten ausprobieren", erinnert sie sich im Gespräch mit einestages. Brasuhns Beispiel inspirierte viele junge Frauen, einen harten Sport auszuprobieren - in einer Zeit, in der Profisport hauptsächlich Männern überlassen war. "Ich habe gerne und gut Basketball gespielt", so Arnold, "aber für Frauen gab es damals keine Zukunft als Profis - in keinem Sport." Roller Derby aber war neu. Hier war noch alles möglich.

Wie ein Wanderzirkus

Die Geschichte des Roller Derby hatte vergleichsweise harmlos begonnen: Im Jahr 1935 suchte der Unternehmer Leo Seltzer eine Attraktion, um die Arena des Chicago Coliseum zu füllen und erfand das "Transcontinental Roller Derby", ein schlichtes Paarlaufen im Stil des Sechstagerennens. Seltzer merkte bald: Das Publikum begeisterte sich besonders dann, wenn Mädchen liefen - und wenn sie einander umrempelten. Zwei Sportjournalisten erfanden den Sport deshalb neu und legten den Schwerpunkt auf Schubsereien und spektakuläre Massenkarambolagen. Bis in die frühen vierziger Jahre tourten die Teams wie ein Wanderzirkus durch die Staaten. Überall, wo sie gastierten, gründeten sich neue Mannschaften.

Im Jahr 1941 schloss Marjorie sich der Seltzer-Truppe in Minneapolis an und reiste fortan durch die Staaten. Die Skater und Skaterinnen spielten zwar in getrennten Teams, übernachteten aber zusammen in Gemeinschaftsräumen, kochten und aßen gemeinsam und bildeten eine große Roller-Derby-Familie. Bald gab es die ersten Derby-Paare - und auch Brasuhn war darunter: Sie verliebte sich in den Derby-Spieler Ken Monte und bekam einen Sohn mit ihm, 1948 heiratete das Sportlerpaar.

Zuerst gefiel es Teammanager Leo Seltzer gar nicht, dass seine Spieler miteinander anbandelten, doch bald erkannte er die Vorteile: So wurden seine Spielerinnen nicht von Männern von außerhalb abgelenkt, noch womöglich von solchen, die im Roller Derby keinen ernstzunehmenden Beruf sahen. Das konnte unter den Männern der Derby-Truppe nicht passieren. Sie wussten, dass ein Derby-Paar mit einem ansehnlichen Jahresgehalt von rund 10.000 Dollar rechnen konnte - nach heutigen Verhältnissen rund 200.000 Dollar.

Gut gegen Böse

Weil Brasuhn nur 1,50 Meter groß war, bekam sie schnell den Spitznamen Midge, auf Deutsch: Mücke. Dabei brachte Marjorie 67 Kilo auf die Waage, hatte breite Schultern und kräftige Beine. Daher überlegten sich ihre Manager bald einen besser passenden Spitznamen für sie: Toughie. Unter diesem Namen sollte sie bald zum Reklamegesicht des Roller Derby werden. Für eine Werbekampagne in New York posierte Brasuhn auf übergroßen Postern, die Haare zerzaust, in einem übergroßen Trikot, grüne Farbe im Gesicht. Der Slogan "Who is Toughie?" gab den Fans einen Vorgeschmack auf das, was sie bei einem Spiel der Devils erwartete.

Besonders bekannt wurde Brasuhn durch die spektakulären Zweikämpfe mit ihrer Erzrivalin Gerry Murray aus Manhattan. Die Prügeleien auf Rollschuhen zwischen den beiden wurden legendär. Klein, stämmig und muskulös war sie das krasse Gegenteil zur großen, grazilen Gerry Murray. "Murray versus Brasuhn, das war wie Gut gegen Böse", schreibt Allan Andrews in einem Nachruf auf Toughie.

Die beiden Frauen, beide bereits Mütter von Jungen im Grundschulalter, lieferten dem Publikum in der Rennbahn eine atemberaubende Show: Sie jagten sich, rissen sich gegenseitig an den Haaren, krallten sich in der Uniform der anderen fest und knallten sich wüste Beschimpfungen an den Kopf. Wenn sich Gerry und Murray duellierten, wurde das Rollschuhfahren überflüssig: Die Fans feuerten die raufenden Frauen an, als befänden sie sich in einem Wrestling-Ring. Heute vermeiden zahlreiche Derby-Regeln solche Raufereien, doch damals schritt noch kein Schiedsrichter bei Handgreiflichkeiten ein.

"Ein Kühlschrank mit Kopf"

Obwohl Gerry Murray wohl die bessere Technikerin war, war Toughie stets der Publikumsliebling. Natürlich gehörte es zu ihren Taktiken, an den Haaren zu ziehen, Rippenstöße und Kinnhaken zu verteilen, aber ihre Wutanfälle waren immer witzig und ehrlich - und vor allem eine gute Show.

"Sie tat niemandem wirklich etwas zuleide", erinnert sich ihre damalige Teamkollegin Julie "Ace" Patrick. "Klar war sie ein harter Brocken, aber sie hat keine Gegnerin böswillig oder ernsthaft verletzt." Und so nahm kaum jemand ihr die Rüpeleien wirklich übel. 1950 wurde Toughie unter die zehn wichtigsten Sportlerinnen Amerikas gewählt, später sang der amerikanische Sänger Jim Croce in seinem Lied "Roller Derby Queen" anerkennend, sie sei so massiv gebaut wie "ein Kühlschrank mit Kopf".

Die spektakulären Rangeleien zwischen Murray und Brasuhn machten allmählich Schule - Roller Derby wurde zunehmend zum Prügelspektakel. Es kam immer weniger auf Schnelligkeit, Beweglichkeit und Leistung an, sondern darauf, wer sich am spektakulärsten verkloppte. Skater und Skaterinnen bekamen immer schlechtere Presse und mussten sich oft gegen den Vorwurf verteidigen, Roller Derby sei überhaupt kein Sport mehr.

Knochenjob auf der Rollschuhbahn

Doch der Trend zum Massenspektakel ließ sich nicht mehr aufhalten: Als 1948 zum ersten Mal ein Roller-Derby-Match aus New York live übertragen wurde, erfasste eine wahre Derby-Hysterie die USA. Plötzlich machte die Randsportart überall Schlagzeilen, nationale Sportillustrierte berichteten über Wettkämpfe, von New York aus breitete sich Roller Derby in die gesamten Vereinigten Staaten aus. Den Zenith seiner Popularität erreichte der Rollschuhkampf, als schließlich im Madison Square Garden 55.000 Tickets für die 5-Tages-World-Series im Roller Derby verkauft wurden. Für die Skater begann die härteste Zeit ihres Lebens: Der große Erfolg zwang sie zum Dauereinsatz. Es gab keine Saisonpause mehr, die Sportler mussten plötzlich bis zu drei Spiele pro Woche absolvieren, 52 Wochen im Jahr. Ein Knochenjob.

Roller Derby war auf einmal riesengroß, und Toughie blieb noch jahrelang einer der größten Stars des neuen Trendsports. Erst 1969 setzte sie sich in Hawaii zur Ruhe. Kurz darauf bekam sie ernste Gesundheitsprobleme, hatte plötzlich große Mühe beim Laufen. Mediziner fanden heraus, dass die Sportlerin sich bei einem Spiel das Kopfgelenk gebrochen hatte. Lange war die gefährliche Verletzung nicht diagnostiziert worden, weil sie einen solch muskulösen Körperbau hatte. Während einer Operation an ihrer Halswirbelsäule starb Marjorie "Toughie" Brasuhn am 9. August 1971 - im Alter von nur 48 Jahren.

Mit ihr starb auch das Derby-Fieber. Viele der miteinander konkurrierenden Derby-Organisationen, -Ligen und -Unternehmen glitten in den folgenden Jahren allmählich in den Bankrott oder die Bedeutungslosigkeit ab. Am Ende schien es, als habe Brasuhn ihrem Sport nicht nur zur Geburt verholfen, sondern ihn auch mit sich ins Grab genommen. Und tatsächlich sollten Jahrzehnte vergehen, bevor Ende der neunziger Jahre das Roller Derby zu neuem Leben erwachen würde - und mit ihm auch die Erinnerung an eine außergewöhnliche Frau namens Toughie.

Debatte
insgesamt 2 Beiträge zur Debatte

Ed Damvelt am 11. März 2013, 21:59
Typisch was die geistlich zurückgebliebene Amis immer nich lieben: Eine Prügelei zswischen Frauen. Google mal "catfights".

thorsten krach am 11. März 2013, 13:17
Ein interessanter Artikel.
Ich habe mich immer mal wieder gefragt, wo diese typisch amerikanische Unterhaltungs-Sportart abgeblieben war.
Jetzt bin schlauer."

Heiraten - warum nicht? Aber prügeln ...
Ein Glück, dass das bei uns nicht so ist.

_________________
Rollige Grüße rheinabwärts

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