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Etymologie von "Alaaf"

Verfasst: 3. Feb 2005, 08:15
von axelcgn
Liebe Narrhallesinnen und Dusforisten!

Am D-Day in der letzten Woche war Dauerregen,
heute (Weiberfastnacht) fahre ich nach Hamburg, nächste Woche (Ascherdonnerstag) habe ich einen beruflichen Termin,
und an den Apollo-Dienstagen bin ich in ich einem Yogakurs in Köln.

Ich leide unter DUSFOR-ENTZUG!

Deshalb will ich wenigstens virtuell und binär bei Euch sein und schicke Euch eine sprachwissenschaftliche Abhandlung über Herkunft und Geschichte des in Euren südlichen Nachbarstädten gebräuchlichen Karnevalsrufs.

Gut Roll und Kölle alaaf!

AxelCGN



"Alaaf"

Man muss wohl Rheinländer sein, um in dem närrischen Schlachtruf "Alaaf!" die so wortreiche wie grenzkomische Bedeutung "Nichts geht über Bonn/Köln/Aachen im Karneval" zu erkennen. Diesen Sinn haben humorlose Wissenschaftler jedenfalls aus "Alaaf" herausgefiltert - oder, sozusagen, destilliert.

Die bierernste Erkenntnis ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, denn die Wissenschaftler kommen selbst aus Bonn, und dieses nicht für seine Lustigkeit in die Geschichtsbücher eingegangene Städtchen ist eine der Hochburgen, in denen am heutigen Rosenmontag aus tausenden Kehlen "Alaaf" hallt :applaus: . Dazu fliegen "Kamelle" und werden "Bützchen" verteilt, Wortschöpfungen, die unwissenschaftlichen Außenseitern etymologisch auf einer Stufe mit "Alaaf" zu stehen scheinen.

Dessen Definition taugt laut "Kluges Etymologie" allerdings kaum als Büttenrede: "alaaf, Interj. per. wmd., wndd. Hochruf in Köln, mndd. alaf" steht da allen Ernstes. Übersetzt behauptet die Keilschrift, dass der Spruch, etwa Kölle alaaf! schon im 18. Jahrhundert bezeugt sei, vermutlich aber noch älter ist. Ursprünglich hieß es wohl all-ab (mundartlich all-af) was "alles zur Seite, aus dem Weg" meint, wobei die emphatische Dehnung des zweiten a in der Interjektion wichtig ist. Ah ja. Hat da einer gelacht?! Wohl kaum. Also belustigen wir uns lieber an den rheinischen "Alaaf"-Forschern.

"Zum ersten Mal tauchte ,al-aff' im 15. Jahrhundert als Trinkspruch auf Bierkrügen auf", behauptet Walter Hoffmann vom Institut für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande der Universität Bonn. (Vermutlich, doch nicht sicher überliefert, gehört er zum Elferrat dieser Institution.) Hoffmann jedenfalls sagt: Übersetzt werden könne die Bezeichnung "Alaaf" mit "alles ab", auf den Krügen bedeute sie so viel wie "Nichts geht über einen guten Trunk" :cheers: . Wenn die Narrenschar heute "Bonn Alaaf" rufe, bedeute das also: Nichts geht über Bonn im Karneval. Stimmt, denkt da die Defätistin: Wann denn sonst?? (dec)

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Etymologie von "Alaaf"

Verfasst: 7. Feb 2005, 11:42
von Bundestrainer
Wo ein Alaaf erklärt wird, darf Helau nicht fehlen!!!

"Ohne HELAU wäre eine Sitzung in Mainz und anderswo überhaupt nicht vorstellbar.
Aber dies war nicht immer so. Bis 1934 erklang zu Ehren der Mitwirkenden ein "Hoch" oder "Hurra". In der Kampagne 1935 wurde dann erstmals das neue HELAU angestimmt, das eine Delegation Mainzer Fastnachter von einem Freundschaftsbesuch in Düsseldorf mitgebracht hatte*. Es ging den Mainzern so in Fleisch und Blut über, dass selbst bei profanen Fest- und Umzügen außerhalb der Fastnachtszeit oft vom Straßenrand ein fröhliches HELAU erklingt.

Bei der Forschung nach der Herkunft dieses Zauberwortes wurden weltliche und kirchliche Quellen befragt. Volkskundler haben dabei herausgefunden, dass es gar nicht so abwegig wäre, das HELAU als Verballhornung des kirchlichen Jubelrufes HALLELUJA zu deuten. Das ist umso wahrscheinlicher, als in bestimmten Regionen des Rheinlandes die Narren noch heute AJUJA rufen. Vielleicht begegnet einem unserer karnevalistischen Altvorderen, die wir im chrictlichen Glauben im Narrenhimmel wähnen, irgendwann einmal auf "Wolke 11" Gott Jokus. Möglicherweise kann er diese Vermutung bestätigen."

Quelle: Guckst du hier

* 1 für Düsseldorf :-D